26.11.2018 Über die Cook Strait zur Südinsel:
Drei Fähren gab es heute von der Interislander von Wellington nach Picton auf der Südinsel Neuseelands, eine um 9:00 morgens, die wir nicht nahmen, unsere (die kleinste) um 2:45 nachmittags und noch eine am Abend.
Die kleinste heisst aber nur dass nicht mehr als 600 Passagiere, diverseste LKW‘s und Sattelschlepper und unzählige PKW‘s und Camper draufpassen.
Ursprünglich war unser sehr wohl bedachter Plan darauf ausgelegt, natürlich einmal anständig zu frühstücken, danach unseren Stan in die Nähe des Hafens zu parken, und vormittags noch etwas Wellington unsicher zu machen, um dann um 1:45 pm spätestens auf die Fähre zu fahren.
Wohl durchdacht, ja, umsetzbar nein: bereits die ganze Nacht hat es schon genieselt, und in der Früh wurde es wirklich zu Regen. Also begaben wir uns durch die morgentlichen Rush Hour durch Wellington bis zur Fährstation, und warteten mal ab, ob sich doch noch eine Gelegenheit ergibt, Wellington zu bewandern. Leider blieb es bei der vagen Hoffnung, und wir steckten dort von 10:0 Uhr bis zum Auffahren auf die Fähre fest. Gott sei Dank ist in so einem Fährhafen immer ein bissl was los, und es wird nicht wirklich langweilig.
Auch die Verladung war einigermassen kurzweilig, da mit 3 Sattelschleppern voll Lebendvieh – Schafe – begonnen wurde (3 stöckig aufgeschlichtete Schafe).
Ausserdem war uns bis zum Auffahren in den Bauch der Fähre ein Rätsel, wie die Autos da wieder rauskommen, da es nur eine Luke bei der Aratere gab, und wir davon überzeugt waren, dass nicht alle beladenen LKW‘s und Autos da arschlinks wieder rausfahren.
Überraschenderweise werden die Fahrzeuge so hineingelotst, dass sie im Bauch der Fähre wieder umdrehen um wieder gerade rauszufahren – auch die Schäfchen Sattelschlepper. Für jene Fahrzeuge, wo sich das Umdrehen mangels Platz nicht mehr ausgeht, müssen nach dem Anlegen die Umgedrehten erst mal aus, damit die Verkehrten dann wenden können. Klingt kompliziert, ist aber eigentlich sehr genial.

Nach Abstellen unseres Vehikels mitten zwischen den Schafen, bezogen wir einen Sitzplatz in der ersten Reihe fussfrei auf der Fähre auf Deck 4, und konnten so wie von einem Kommandostand die ganze Reise verfolgen oder aber auch verschlafen (Doris, wer sonst).
Wellig war es schon ein wenig, und der Sturm ging in de Cook Strait auch mal ziemlich heftig, aber das Geschaukel und Rollen der Fähre war so gut wie nicht wahrnehmbar.
Nach ca. 2,5 Stunden konnten wir dann „Land in Sicht“ frohlocken, und die Südinsel war in Sicht. Nach Überqueren der Cook Strait kommt man in den Marlborough Sound (der uns noch etwas öfter beschäftigen wird – später), und man fährt durch eine Fjord-artige Landschaft teilweise sehr nahe an Farnwäldern vorbei nach Picton hinein. Leider war wie gesagt das Wetter nicht wirklich berauschend, dafür war allerdings die Nebel/Meer/Hügel Stimmung im Marlborough Sound umso beeindruckender.


Nach ca. 3 Stunden 20 Minuten konnten wir die Aratere im ersten Gang verlassen, und begaben uns direkt zu unserem heutigen Top 10 Campground. Ein kurzer aber lange geplanter Abstecher musste allerdings sein: unseren ersten Fish and Chips in Neuseeland – original aus dem Kuvert gegessen (einfach mehrfach zusammen gefaltenes Papier). Grossartig waren sie, und lassen uns ein wenig vergessen, dass es auch hier im Süden wie aus Kübeln runterregnet.
Morgen geht es aber weiter, allerdings der Regen kommt mit uns – es geht nach Kaikoura um Wale zu beobachten.
27.11.2018 Kaikoura und die Seehunde:
Die ganze Nacht über waren es die Regentropfen, die an unser Fenster klopften. Des Morgens aus dem Auto gestiegen, heisst in einem Sumpf zu stehen. Aber egal, wir sind ja ohnehin auf dem Weg nach Kaikoura.
Beim Frühstücks-Abwasch machte Doris noch die Bekanntschaft mit einem Staff Mitglied – einem Neuseeländer, der 5 Saisonen im Montafon gearbeitet hatte, und von dem wir uns dann auch auf Vorarlbergerisch verabschiedet haben um uns auf den Weg zu machen.

Es scheint wirklich so zu sein, wenn wir Kilometer fressen wollen/müssen, ist das Wetter entgegen allen Vorhersagen einmal trocken, und angekommen schlägt es um, und es britschelt wieder ununterbrochen.
Die Fahrt ging heute durch DAS Weinanbaugebiet nachdem wir Blenheim nach unserem Einkauf verlassen haben. Es ist eine hügelige Landschaft, komplett kahl, kein einziger Baum, einfach nur grün, und dazwischen auf Kilometer lange Weinplantagen.
So angenehm, wie es klingt war das Fahren heute allerdings nicht, da sowohl im Landesinneren und noch viel mehr dann an der Küste nach Kaikoura ein Sturm herrschte, der das Vorwärtskommen zur Herausforderung machte. Da unser Stan nicht extrem viel Gewicht, aber eine mörder grosse Angriffsfläche hat, ist Seiten-, Rücken- und Gegenwind nicht wirklich lustig zu fahren, noch dazu wo er in Böen immer irgendwoher kommt.
Abwechselnd haben wir es dann allerdings geschafft, und sind den wunderschönen Highway 1 bis zu unserem Ziel gefahren. Durch den starken Wind gab es natürlich an der Küste auch die entsprechende Brandung, und von der Stimmung her, war es zumindest immer für den Beifahrer genial die Landschaft zu beobachten. Der Fahrer hatte es aus genannten Gründen nicht so lustig, ausserdem ist dieser Abschnitt vom Highway jener, der vor einigen Jahren nach dem grossen Beben zerstört war, und es sind noch immer Instandhaltungsarbeiten im Gange, und dementsprechend waren viele Baustellen auf dem Weg – bei diesem Wind ohnehin nicht schlecht.

In Kaikoura angekommen, machten wir mal einen Zug durch die Gemeinde, der sehr, sehr kurz ausfiel, da Kaikoura ein Strassendorf ist, das eigentlich nur von seiner Seehund-Kolonie und dem Wale Watching lebt.
Also beschlossen wir, nachdem das „Zentrum“ nichts hergab, noch mal schnell in der Seehund-Kolonie vorbeizuschauen. Dafür fährt man ca 5 km ausserhalb auf die Halbinsel, um einen Küsten-Walk zu machen. Ziemlich gestört, wenn man bedenkt, dass der Sturm weht, und es nach wie vor horizontal regnet, aber wer Seehunde und Möwen-Kolonien sehen will, muss da eben durch.
Es hat sich ausgezahlt: Brutplätze von unzähligen Möwen, verstreute Seehunde in den Klippen, eine grossartige Brandung, einige Flysch‘s, und zwei bis zur Unterhose durchnässte Touristen aus Österreich. Schön wars.





Nachdem wir dann allerdings wussten, nicht mehr ohne eigenen Heizlüfter auszukommen, und wir uns geeinigt haben diese Investition zu tätigen und nicht mehr bei der nächsten Britz Filiale wieder mal einen kaputten durch einen neuen auszutauschen, ging es noch mal schnell in den Baumarkt.
Danach auf unserem Campground Nr. 30 angekommen, wurde dieser neue Freund sofort aufgebaut und in Betrieb genommen, um ein umfassendes Chaos im Häuschen anzurichten – und es ist super warm, zwar mittlerweile einigermassen schwül im Innenraum wegen dem nassen Gwand – aber traumhaft warm.
Morgen geht es dann Whale Watchen – hoffentlich und vielleicht, da die für heute nachmittags geplanten Ausfahren wegen rauher See abgesagt wurden. Wir sind auf jeden Fall morgen um 7:45 bereit, um Moby Dick zu treffen.
Bis bald
28.11.2018 No Whale = Money back
Wir hatten beim zu Bett gehen doch schon die ärgsten Befürchtungen, dass unsere Walsichtung ins Wasser fallen wird. Es gab wieder mal Starkregen die ganze Nacht, und obwohl wir nicht direkt am Strand wohnten sondern doch eine 100 Meter entfernt, konnte man die Brandung und das Rollen des Meeres ziemlich deutlich hören.
Aber des Morgens klarte es auf (also nur mehr Gepritschel – vorerst), und wir machten uns auf den Weg zum Whale Watching Centre. Die Tour fand statt, allerdings mit einigen wesentlichen Einschränkungen: Schwangere sollten nicht mitfahren, Kinder unter 12 Jahren mussten zu Hause bleiben, und da die Wahrscheinlichkeit schwerer Seekrankheit sehr gross ist, sollten diejenigen die ohnehin schon wissen, dass die kotzen werden auch gleich mal an Land bleiben.
Aber wir doch nicht, und drum schwangen wir uns mit einigen Wagemutigen (weniger als sonst) auf unser Schnellboot. Die vierköpfige Besatzung war in Skipper, ersten Offfizier und Quasler, der Walausschau-Dame und der Kotztüten-Einsammel-Beauftragten unterteilt.
Lt. Information des Skippers fuhren wir doch sehr zügig ca 45 Minuten in Richtung der vermuteten Meeressäuger. Sehr ruppig war es schon und die Wellen schon auch mal bis 1,5 – 2 Meter hoch (schwer zu schätzen bei dem Geschaukel). Um der Seekrankheit vorzubeugen, verschlief Doris mal die Anreise sicherheitshalber.

Am Whale Watching Punkt der Wal wurde dann herumgekreuzt, Echolote ins Wasser gehalten, ausgekuckt, und schliesslich ein 1/4 Wal gesichtet, der bei Annäherung immer gleich auf Tauchstation gegangen ist.
Nach ca 30 – 40 Minuten erklärte die Crew den Ausflug für gescheitert, da keine richtige Walsichtung zu Stande kam, und ermutigte uns bei Rückkehr 80 % von unserem Geld zurückzuverlangen. Das hat dann aber auch wirklich reibungslos funktioniert.


Auf dem etwas weniger ruppigen Rückweg, begleiteten uns dann noch kurze Zeit einige Dusky Dolphins (Schwarz-Delphine), die uns doch zur Überzeugung brachten, dass Leben im Meer ist.
Nach ca. guten 3 Stunden war der Ausflug vorbei, und so gesehen sehr günstig: zuerst mal 10 % als Member von Top 10, und dann noch 80 % retour weil Moby Dick nicht zu Hause war.
Des Morgens hatten wir Aufgund der Wettervorhersage schon angedacht, die zweite Nacht in Kaikoura zu schmeissen, und bereits früher als geplant nach Christchurch weiterzufahren. Hauptgrund war, dass für Kaikoura noch bis Ende der Woche Schlechtwetter angesagt ist, und für Christchurch ab Donnerstag doch einige trockene Tage versprochen wurden.

Also machten wir uns nach dem Whale-Nicht-Watchen wieder auf auf dem Highway Nr 1, um jetzt in Christchurch angekommen zu sein. Die Fahrt an der Küste entlang (nur ca 180 km) dauerte zwar etwas länger, da nach wie vor der gesamte Küsten-Strassenabschnitt auf der östlichen Südinsel Under Contruction ist, gab dafür aber viel Gelegenheit ins Land eine und aufs Meer ausse zu schauen. Im Landesinneren trafen wir wieder auf die endlose Weite grosszügigster Wein-Plantagen, um NUR bei Niesel jetzt in Christchurch angekommen zu sein.

Ein Tag mehr hier, bringt auch morgen gleich mal einen Wandertag bei Sonnenschein – aber lassen wir uns mal überraschen.
29.11.2018 Durch den Botanischen Garten:
Heute war es soweit: aufgewacht, rausgeschaut und die Sonne scheint. Grossartig dass uns der Wetterbericht nicht angelogen hat. Ursprünglich hatten wir zwei Optionen heute: entweder wandern oder Christchurch Downtown. Wir haben uns sehr schnell auf wandern geeinigt.
Eine kleine Hürde war noch zu nehmen, nachdem wir uns gestern für Diamand Harbour als Ausgangspunkt entschieden hatten, fehlte uns noch das Basismaterial in Form der Brochure „Diamond Harbour – Coastal and Village Loop Walks“. Diese war nur, wenn man nicht in die Stadt fahren wollte, in Lyttleton bei der Touristeninformation zum stolzen Preis on NDZ 2,— erhältlich, die leider erst um 10:00 Uhr aufsperrte. Nichts für ungeduldige Gemüter wie
uns, aber da mussten wir mal durch.
Da wir natürlich zu Früh dran waren, erkundeten wir noch mal kurz in 20 min Lyttlenton Downtown um dann noch weitere 20 min einfach so zu warten. Ausser britischer Humor was das Rauchen betrifft, und ein riesiger Holzverlade-Hafen hat der Ort eigentlich nichts zu bieten.


Also stolze Besitzer unserer Tracking Karte haben wir Lyttleton dann um 10:05 wieder verlassen, um uns der Küste entlang nach Diamond Harbour zu bewegen. Am dortigen Gemeindeparkplatz angelangt, wurden die Wanderschuhe geschnürt, das Ränzlein war ohnehin schon gepackt, und über den Mt. Herbert Walkway ging es los. Der Weg war von Diamond Harbour nach Church Bay, dann über den Black Point zur Hay Bay und wieder retour in Angriff zu nehmen.
Wie bereits gesagt, ist ein Coastal Cliff Walk KEIN Strandspaziergang, also schlugen wir uns doch ganz schon bergl-auf und bergl-ab der Küste entlang durchs Unterholz. Offensichtlich ist der von uns gewählte Weg doch nicht einer der besonders frequentierten, da er doch heftig verwachsen und schmal war. Ausserdem was es streckenweise durch die vorangegangenen Regenfälle doch ziemlich gatschig und rutschig.
Was uns allerdings aufgund dessen was wir zu sehen kriegten, nur als Nebensache erschien. Ausserdem hat sich doch die intensive Vorbereitung auf die Wanderei durch unzählige Runden um die Alte Donau und den Lainzer Tiergarten bezahlt gemacht.
11 km sind wir ins Summe grösstenteils im Gelände gewesen, und vor Allem die Pflanzen, Kakteen, Bäume, Blumen, Büsche, Agaven, …… – waren unglaublich. Wieder in mehreren Schichten übereinander und kreuz und quer ist eine derartige Vielfalt an nicht angelegten Pflanzen diesen Ausflug wert gewesen.




Ab und an bekamen wir auch noch einiges an Vogelvieh zu Gesicht, das auch beeindruckend war, allerdings mit dem Pflanzenreichtum nicht vergleichbar.


Den Rückweg nach der Umkehr bei Black Point bestritten wir dann vorwiegend durch die Vororte der Halbinsel, und waren so was von super stolz und zufrieden es geschafft und vor allem gesehen zu haben.

Auf dem Rückweg wartete noch der Dyer Pass auf uns, um dann über den Berg wieder in Christchurch einzufahren. Jetzt sitzen wir also wieder hier, haben mehr als 100 Blumen- und Pflanzenbilder vor und – und dementsprechend die Qual der Wahl, was wir für die Ewigkeit und unsere Galerien aufheben werden.
Morgen wird als Kontrastprogramm dann mal Christchurch besichtigt und ein Stadtbummel gemacht, bevor es dann wieder mal ein Häuschen weiter geht.
Bis bald …..
Die Wettervorhersage hat uns heute auch nicht im Stich gelassen, und vielmehr noch positiv überholt: es war also trockenes, wärmliches Wetter und das den ganzen Tag.
Wir schwingen uns also in der Früh, bereits kurz behost, in die Linie B (Blue Line ) und lassen uns Down Town zum zentralen Busterminal fahren.
Nach einem kurzen Abstecher bei Vodafon um unsere Telefonier-Reserven aufzufrischen, ging es dann los mit den Citywalk.
Christchurch ist bewundernswert. Überall, aber wirklich an jeder Ecke wird noch oder wieder gebaut. Dazwischen stehen Container, die Hausfassaden stützen, um später mal renoviert zu werden.



Daneben stehen historische Gebäude wie die Kathedrale von Christchurch, die im Moment nur eingezäunt ist, und wohl noch nicht auf der Renovierungsliste ganz oben steht, und so einfach nach dem Einsturz teilweise weiter vor sich hin verfällt.

Die Haupteinkaufsstrasse ist NEU, aber wirklich neu gemacht: hier steht kein altes zu renovierendes Haus mehr, die Fussgängerzone ist neu gepflastert, die Schienen der historischen Tram sind neu verlegt. Noch nicht einmal alle mittlerweile fertig gestellten Geschäftslokale sind alle bezogen.

Geht man ein Stück weiter, sieht man durchaus wieder Gründerzeithäuser, und auch die University of Canterbury inkl. Nebengebäuden, die durchaus in einem perfekten Zustand sind. Einerseits könnte es heissen, dass hier die Renovierungen bereits abgeschlossen ist, oder dass sie auch nicht so besonders heftig betroffen waren. Sieht man sich allerdings den Innenhof der I Site an, stimmt das auch nicht so ganz.
Da die Enge einer Innenstadt einfach im Moment nicht gegeben ist, gibt es auch viel freie Fläche, wo sich Kunst aller Art ausgebreitet hat: Skulpturen, Wall Art und viele Platz-Verschönerungen findet man an allen Ecken.


Eine sehr, sehr skurrile Stadt: ganz alt, sehr verfallen, neu aufgebaut, strategisch durchgeplant, und trotzdem noch eine riesengrosse Gesamtbaustelle.

Allerdings gibt es einen stabilen Faktor: den Botanischen Garten ! Hier haben sich wohl die Briten schon vor mehreren hundert Jahren ein Gesamtkonzept überlegt. Er ist grosszügig angelegt, und River Avon umrandet.
Grossartig ist einfach die Baumvielfalt, und vor allem das Alter und die Herkunft der Baumriesen. Von Redwoods, über Eukhalyptus bis zu Ulmenriesen sieht man alles, und sie sind alle mehrere Jahrzehnte wenn nicht Jahrhunderte alt.

Einfach nur grossartig, insbesondere wenn man bedenkt, dass wir einige dieser Riese ja auch schon im Original in ihrer Heimaterde gesehen haben.
Genug Stadtbesichtigung war dann gegen Mittags angesagt, nachdem wir so nebenbei an die 10 km hingelegt haben, und dann ging mit der Linie B wieder zurück nach Hause, wo unser letzter Abend in Christchurch auf uns wartet.
Denn morgen geht es wieder ein Stückerl weiter ins Landesinnere zum Mt. Cook und seinem Gletscher – Wetterprognose: nass !
See you ….
01.12.2018 Von Entenhausen nach Rabbitcity:
Nachdem wir mittlerweile einige Routine beim Verpacken, Verstauen, dynamischen Frühstück, Abkabeln und Gas abdrehen haben, ging es schon relativ zeitig heute los. Gegen 7:30 waren wir schon on the road, auf dem Highway Nr. 1 in Richtungh Mt. Cook Village.
Der Verkehr war als solches eigentlich nicht vorhanden, da es Samstag morgens ist, abgesehen davon dass es wohl hier kein LKW Fahrverbot am Wochenende gibt. Die Gegend selbst war allerdings auch nicht besonders abwechslungsreich – im wesentlichen abgeholzte, kahle Hügel, Monokulturen so weit das Auge reicht, und alles flach mit vielen Windschutzhecken.
Wir fuhren also in Richtung Timaru, verliessen allerdings ca. 40 km davor denn Highway, um in Richtung Fairlie und den Berkes Pass abzuzweigen. Dahinter sollten doch jetzt ein paar Berge auf uns warten.

Die Strasse selbst stellt sich eher als Touristen-Hauptverkehrsroute heraus, was allerdings der Vorfeude keinen Abbruch tut, insbesondere wenn man über eine Kuppe kommend den ersten Blick auf den Mt. Cook (verschneit) und den Lake Tekapu werfen kann.
Dieser Mt. Cook, oder besser als Aoraki bei den Wissenden bekannt, ist der höchste Berg Neuseelands, und hat auf der östlichen Seite 2 grosse Gletscher zu bieten: den Haupapa und den Hooker Glacier.
Der Lake Tekapu ist trotz seiner Grösse heute ein Mirror Lake gewesen – dies sicher nur zufällig aufgrund der Wolkenstimmung und des spiegelglatten Wassers – wir haben das auch von mehreren Lookouts bestauen können (so wie die gesamte Touristen-Karavane an diesem Tag).

Danach ging es weiter in Richtung endgültiges Etappenziel heute – Glentanner – am Südende des Lake Pukaki entlang. Hier trennt sich Gott sei Dank der Massentourismus von uns, da die meisten nach einigen Fotos mit dem Händy oder dem Tablet in Richtung Twizel abbiegen, und nur ein geringerer Teil den Weg nach Mt. Cook Village sucht.

Also ein Fahrtag mit wunderbarem Ausblick in Summe, und gelandet sind wir auf einem Campground am Lake Pukaki ca 25 km vor den Gletschern des Aoraki, und wir können die schneebedeckten Berge sogar sehen.

Abschliessend ist allerdings noch folgendes festzuhalten, da wir nicht wissen, wie wir mit der Sache umgehen: in Christchurch wurde der gesamte Campingplatz von Enten-Horden heimgesucht; diese Viecher waren überall, versteckten sich unter den Camping Vans, um bei Anschein eines Abstaubers wie Slime darunter hervorzukriechen, sie belagerten die Wiesen und die Fahrwege, und waren überall.
Dort sind wir entkommen, ABER jetzt befinden wir uns in Rabbit-City. Beim Einfahren in den Campingplatz, wo wir aufgrund des guten Vorankommens ziemlich die Ersten waren, sahen wir sie schon: Kaninchen. Nein, nicht 2 oder 3 herzige Hasen, sonderen Kaninchen, Kaninchen, Kaninchen und Kaninchen. Grosse, kleine, alte und junge – der gesamt Campground ist quasi unterminiert mit Kaninchenbauten, und man muss verdammt aufpassen nicht von einem Kaninchenloch verschluckt zu werden oder reinzufallen.

So wie es aussieht sind sie zumindest nicht so grosse Schnorrer wie die Enten, aber dafür sind es verdammt viel mehr.
Der nächste Bericht kommt bestimmt nach den morgigen Wanderungen, wenn unser Van aufgrund des Gewichtes nicht in einem Kaninchen-Erdloch verschwunden ist.

An diesem Platz im Aoraki National Park kann eigentlich gar nichts mehr schiefgehen. Wir haben den gestrigen Abend noch mit einem herzhaften Barbeque eines T-Bone Steaks mit grünem Spargel und Spiegelei inkl. Ausblick auf den Lake Pukaki beendet – UND uns dann in unser ZELT zurückgezogen. Endlich wieder eine Nacht mit ausstrecken, Platz und Bewegungsfreiheit, denn so lieb wir unseren Stan bezüglich Schlafen gewinnen mussten, ein Hausi ist doch ein Hausi.
In der Hoffnung der Rezeptionistin von Glentanner glauben zu dürfen, öffneten wir heute morgen unsere Schlafzimmer-Tür, und sie hatte Recht: kaum Wolken am Himmel, die Sonne stand bereits bereit, und es versprach ein wunderschöner Tag zu werden – wurde es auch.

Da wir gelesen hatten, dass man die Tracks relativ zeitig in der Früh in Angriff nehmen soll, einerseits aufgrund des Lichts und andererseits da Sonntags die ganze Meute an Touristen auf Tagesausflug ist, starteten wir um 7:15 in Richtung White Horse Hill und dem dortigen Campground und Parkplatz – und es war gut so. Wir waren so gut wie die ersten Zugereisten, und den Hooker Valley Track haben an diesem Morgen nur einige im Camp Übernachtenden in Angriff genommen. Lecker an diesem Track ist, dass er mit 3 Hängebrücken ausgestattet ist, und Doris doch durchaus eine Hängebrücken-Allergie hat, und dies schon manchmal mit eselsähnichen Verhalten der Ehefrau begonnen und geendet hat. Aber wie man weiss, sobald man die erste Hängebrücke überwunden hat, muss man diese auch zumindest retour, und je mehr Hängebrücken hin, umso grösser wird auch die Anzahl der am Rückweg zu bewältigenden fast unüberwindlichen Hindernisse.

Hat man allerdings den Mount Sefton Biv immer linkerhand an seiner Seite, und WILL ganz einfach den Hooker Lake mit seinen Eisbergen und den dahinter liegenden Hooker Glacier sehen, bleibt nicht viel andere Wahl. Der ca. 11 km lange retour Marsch war grossartig und sehr abwechslungsreich, und der Hinweg fast noch menschenleer. Und gut war es dass wir so zeitig aufgebrochen sind.

Nach einer kurzen Stärkung wieder auf dem Parkplatz retour, wo sich mittlerweile der asiatischen Touristenbusse stapelten, ging es dann zur zweiten Etappe dieses Tages. Dieser Track war ein relativ kurzer mit nur 3.5 km hinauf zum Kea Point, um von dort den Lake Mueller (den wir davor schon gesehen hatten), fast den Mueller Glacier (der aber mittlerweile so zurückgezogen ist, dass man ihn nur mehr erahnen kann – zumindest vom view point aus), und auch nun in epischer Pracht den Sefton Biv.

Da es wieder ein Round-Trip war, sollten wir an diesem Tag eigentlich unsere Wanderlust befriedigt haben. Als Early Birds allerdings war es nun nach 15 km noch immer nicht Mittags, und darum, und aufgrund der Feigheit des Aoraki, der sich immer noch nicht zeigen wollte, beschlossen wir noch ins Tasman Valley einzubiegen.

Dort sollten uns die Blue Lakes und der Tasman Lake Track erwarten. Der Tasman Lake Track versprach und hielt einen Ausblick den Tasman Lake den Haupapa (Tasman Glacier) und den Kirikirikatata (Mt. Cook Range) bereit. Traumhafter Sonnenschein, um die 20 Grad und grösstenteils einen freien Aoraki (DER Mt. Cook) nach einem Aufstieg über unzählige Stufen und einem freien Plateau.

Danach machten wir noch einen kleinen Anmarsch des Blue Lakes Tracks, da uns aber des Endziel dieses Weges verborgen blieb, und wir nicht mehr herumkrackseln wollten, drehten wir irgendwann mitten drinnen dann einfach um.
Nun war unsere Wanderlust befriedigt, und auf dem Rückweg mussten wir noch kurz im Glentanner Cafe beim Campground auf ein Belohnungs-Muffin stehen bebleiben, weil das hatten wir uns jetzt wirklich verdient.

Voll von sagenhaften Eindrücken, und im Frieden mit der Haseninvasion, die uns mittlerweile irgnorierten, und den Sonntag Nachmittag genossen, sind wir im Camp zurückgekehrt, frisch geduscht und harren des Abendessens (diesmal. XX(unbekannt)-Fischfilets an scharfem Gemüse-Ragout mit Reis) und auch wieder den Abenteuern der nächsten Tage, weil morgen geht es wieder ein Stückerl weiter retour an die Küste nach Dunedin zu den Albatrossen.
… bis bald